Durchfall, die neue Volkskrankheit

Fleisch ist ein Stück Lebenskraft. Dieser Werbeslogan aus den 1980er Jahren hat sich in der heutigen Zeit genau ins Gegenteil verkehrt. Heute muss Fleisch billig sein! Doch den wahren Preis zahlen zum einen die Tiere selbst und auch wir Menschen mit unserer Gesundheit. Denn was heute aus der Massentierhaltung auf unseren Tellern landet ist mehr ein Chemiecocktail als gesunde Nahrung. Die Fleischskandale der letzten Zeit und in immer kürzeren Abständen bestätigen eigentlich nur, was jeder Verbraucher insgeheim weiss.

*2010 wurden 613 Millionen Masthühner produziert und 591 Millionen geschlachtet. 96% davon wurden mit einem Medikamentencocktail gefüttert, damit sie die unerträglichen Masttorturen in ihrem kurzen Leben von maximal 46 Tagen irgendwie überstanden. Teilweise wurden bis zu 8 verschiedene Wirkstoffe gefunden, die natürlich auch auf unseren Tellern landen.

*Deutsche Mastschweine haben/hatten es da nicht viel besser. Bis zu 15 verschieden Medikamente bekommt ein Tier damit es seine 7 Monate auf durchschnittlich 0,5 qm fristen darf. Dabei nimmt es pro Tag 730 Gramm an Gewicht zu. Man stelle sich nur ein Topmodel vor, dass täglich 730 Gramm an Gewicht zunehmen würde.

Fast überflüssig zu erwähnen, dass es Rindern, Puten, Gänsen, Schafen… ähnlich ergeht. Nun, dass die meisten Menschen nicht sonderlich viel für die Tierquälereien in nicht nur deutschen Mastbetrieben übrig haben, ausser wenn es den eigenen Hund oder die Katze betrifft, beweisen die steigenden Zahlen unseres Fleischkonsums in den letzten Jahren.

*1992 verputzte der Deutsche 5,6 Millionen Puten die aus rund 9100 Betrieben kamen. Im Jahre 2010 waren es 11,3 Millionen, aber aus nur 1900 Betrieben.

Das bei einer solchen Massenproduktion in immer weiniger Ställen keine artgerechte Haltung mehr stattfindet und die Gesundheit der Tiere auf der Strecke bleibt, kann sich jeder an fünf Fingern abzählen. *900 Tonnen Antibiotika werden jährlich in den Mastbetrieben verfüttert, dreimal mehr als wir Menschen verschrieben kriegen. Ärzte und Krankenhäuser sind alarmiert, denn die Bekämpfung der Keime mit Antibiotika verursachen resistente Bakterien (ESBL), die natürlich schön geschützt in der Plastikverpackung in unseren Kühlregalen landen. Staphylococcus aureus, kurz MRSA ist kein Krankenhausvirus, sondern die direkte Folge der Massentierhaltung. Oder wer erinnert sich noch an die tödliche Darmbakterie EHEC, für die man erst spanische Gurken und dann ägyptische Bockshornkleesamen verantwortlich machte ? *Aber wenn selbst Landesämter für Gesundheit abwinken und erst ab einer bestimmten Anzahl von Erregern Alarm schlagen, weil durch das Garen die übrig gebliebenen Keime schon irgendwie absterben werden, dann wird deutlich, wie stark die Fleischerlobby und Bauernverbände Einfluss auf die Politik nehmen.

Mal abgesehen davon, was für Leiden wir den Tieren zufügen und uns selbst die Gesundheit ruinieren, habe ich ja noch gar nicht erwähnt, was für Umweltschäden wir durch die Massenfabriken anrichten. Weltweite Monokulturen durch den Tierfutteranbau zerstören nachhaltig auf Generationen hinweg ein empfindliches Ökosystem. Dabei sind die globalen Waldrodungen für die Gewinnung von Acker nur die Spitze des Eisberges. Für jedes Kilogramm Rindersteak werden 15.000 Liter Wasser verschleudert. Einer der grössten Tierfabriken in Niedersachsen erzeugt soviel Gülle und Abwasser pro Jahr, wie die gesamte Stadt Berlin! Vergessen wir dabei nicht, dass diese Gülle mit Medikamenten und Krankheitserregern verseucht ist und irgendwann wieder ins Grundwasser gelangt. Damit werden dann wiederum Gurken gewässert….

Aber machen wir uns nichts vor, natürlich ist es einfach auf die Konzerne und Parteibonzen zu schimpfen, aber letztendlich sind wir Verbraucher die wahren Verursacher. Wenn wir tagtäglich diesen Billigdreck in uns reinstopfen, Hamburger- und Dönerbuden sich eine goldene Nase an uns verdienen, dann wird sich auch nichts ändern. Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: „Der Mensch braucht kein Fleisch für seine Ernährung!“ Aber es würde schon viel bewirken, wenn wir den Fleischkonsum einschränken würden. Ein fleischfreier Tag in der Woche, oder nur wirklich qualitativ gutes Fleisch kaufen. Nur so ist es möglich, dass auch die Industrie die Massentier-Konzentrationslager aufgibt. Denn wo keine Nachfrage, da auch kein Angebot!

Unser profitorientiertes, menschen- tier- und umweltverachtendes System bröckelt schon an allen Ecken und Kanten. Wenn wir, wegen unserer Gier, nicht in der Lage sind mit diesem Raubbau aufzuhören, dann werden wir in absehbarer Zeit aufhören zu existieren. Oder anders ausgedrückt:

Wir stecken schon bis zum Hals in der Gülle, bleibt nur noch die Frage, wer die letzte Schippe draufmacht.

Stell Dir einfach nur mal vor, DU müsstest jede Sekunde vier Hühner mit DEINEN eigenen Händen töten. Soviel Hühner werden in EINEM niedersächsischen Schlachthof getötet. Jetzt gerade in diesem Moment, wo Du diesen Absatz zu Ende gelesen hast.  Ach ja, – all die Rinder, Schweine, Gänse, Puten, Schafe, Fische….. habe ich noch nicht mitgezählt und wieviele Mastbetriebe gibt es weltweit nochmal…???!!! 

Weitere Infos und Quellen:

* Aus dem Stern Heft Nr. 7 vom 09.02.2012. Artikel: Unser täglich Fleisch

Immer mehr Fleisch?

Nackte Fakten zur Schlachtindustrie

Wir schmeissen alles weg

Wir essen die Welt kaputt

Lasst das Dioxin im Handel

Klonfleisch ist unbedenklich

Die spanische Gurke war es nicht

<Zur Startseite>

pixelstats trackingpixel

Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,


4 Comments

  1. [...] oder durch die Grundwasserverschmutzung durch die Gülle der Mastbetriebe, oder der immense Wasserverbrauch von 15.000 Liter pro Kg Fleisch, oder dass Getreide, Soja und Mais, was für die Tiere verfüttert wird, womit man die [...]

  2. [...] Mc-Arsen Die Fleischskandale nehmen anscheinend kein Ende, aber was will man auch tun, um halbwegs gesunde Tiere aus der Massentierhaltung zu schlachten ? [...]

  3. Wavatar merlin sagt:

    Moin
    Nen bisschen aus dem Zusammenhang gezogen aber:
    ”’
    1992 verputzte der Deutsche 5,6 Millionen Puten die aus rund 9100 Betrieben kamen. Im Jahre 2010 waren es 11,3 Millionen, aber aus nur 1900 Betrieben.
    ”’
    Das heißt das die anderen 70 Millionen Deutschen (Unter der Annahme wir sind ca. 80 Millionen). Gar keine Pute essen wenn jeder der 11,3 Millionen Deutschen in einem Jahr eine Pute essen. Oder Interpretiere ich dies nun falsch?

    Grüße
    M

    • Wavatar admin sagt:

      Scherzkeks ;-) . Man könnte auch sagen, jeder Deutsche futtert 0,14 Pute im Jahr. Aber die eigentliche Aussage bezieht sich auf die Mastbetriebe, dass viel weniger Mastbetriebe mehr Puten mästen, dementsprechend ist auch die Haltung der Tiere. Aber insgesamt geschlachtet, inkl. Importe, wurden 38 Millionen Tiere. (Quelle:Stern)

Leave a Reply